Fronleichnam Ausfahrt vom 04.06 - 07.06.2026 mit den Motorradfreunden Aspach
Frauen 9 : 5 in der Überzahl
Guides: Holger, Marco und Günni
Tag 1:
Der Himmel drohte unheilvoll mit Regen, als sich Biker und Bikerinnen mit ihren elf Feuerstühlen zur Abfahrt in den Osten des Landes an der Aral-Tanke in Backnang zur Ausfahrt verabredeten. Zum ersten Mal in der langjährigen MFA-Geschichte waren die Frauen mit der Zahl 9 zu 5 den Männern deutlich überlegen. Was sicherlich den fünf Gastfahrerinnen geschuldet war.
Trotz der dunklen Wolken ging es in zwei Gruppen los: Marco führte die schnelle Truppe mit Günni, Markus, Thomas und der einzigen Frau Soni an. Holger dagegen wachte als “Herr der Hühner” über Carmen, 2 x Christine, Martina, Michi und Küken Ramona.
Über Hohenlohe und Unterfranken fuhren wir ein Stück am Main entlang, gesäumt von Steilhängen mit Wein und urigen Dörfern mit schönen Fachwerkhäusern. Mit Überquerung der Landesgrenze von Bayern nach Thüringen konnte man bereits die “Weite des Ostens” erahnen. Wir fuhren durch weniger dicht besiedelte Ortschaften, die kurvigen Straßen zogen sich durch grüne Wälder, dazwischen immer wieder leuchtendrote Klatschmohnwiesen. Die Hühnergruppe besuchte vor Ankunft im Hotel noch das Nougatmuseum in Schmalkalden und ließ sich dort das flüssige Nougat aus dem Nougatbrunnen schmecken!
Da sich die letzten Kilometer zu unserem Waldhotel Ehrental im Thüringer Wald durch viel Verkehr etwas zäh gestaltete, mussten wir diesen Zustand sogleich nach Ankunft mit dem ein oder anderen Stiefelbier ausgleichen. Außerdem verkürzte uns das die Wartezeit auf die “schnelle” Truppe, die dann auch etwas später eintraf, sowie das Begleitfahrzeug mit Elke und Ioana. Nach dem Bezug der Zimmer ließen wir den Abend mit leckerem Essen und diversen Getränken sowie Sarti-Sprizz-Altbeständen des Hotels ausklingen.
Tag 2:
Nach einem ausgiebigen Frühstück sattelten wir unsere Maschinen; erneut drohten uns die Wolken mit Regen. Aufgrund der vielen Fahrer teilten wir uns wieder in zwei kleinere Gruppen auf.
Der heutige Tag führte über den Rennsteig in den tiefsten Thüringerwald. An der “letzten Bratwurstbude vorm Friedhof” verabredeten wir uns mit der Günni-Truppe, die von der Hühnergruppe mit einer La-Ola-Welle begrüßt wurde. Weil in der einen Gruppe ein paar Leute während der Fahrt abhandengekommen waren, wurde die Tour nach einem kurzen Vortrag über die Regeln des Kolonnenfahrens fortgesetzt.
Somit ging es nach der Belehrung weiter in Richtung Eisenach. Und wieder konnten wir die “Weite des Ostens” im wahrsten Sinne des Wortes “erfahren”. Vorbei an riesigen Windparks, Pferdekoppeln und grasenden Kühen wechselten sich schmucke Dörfer mit noch gelb blühendem Raps am Wegesrand, strahlend weißen Margaritenwiesen und orangeroten Mohnblumen ab – hach, was haben wir doch für eine schöne Welt!
Leider reichte die Zeit nicht aus, die Wartburg aus der Nähe zu betrachten, daher umrundeten wir eine der bekanntesten Burgen Deutschlands und konnten aus der Ferne einen Blick darauf werfen.
Kleine Info am Rande: Die Wartburg liegt im nordwestlichen Thüringer Wald. Sie ist mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Martin Luther verknüpft und gehört seit 1999 zum UNESCO- Welterbe. Martin Luther übersetzte dort in nur elf Wochen das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Außerdem wurde im Automobilwerk Eisenach die Automarke Wartburg gefertigt.
Tag 3:
Nachdem am dritten Tag zwei der Gastfahrerinnen abgereist waren, entschlossen wir uns, die Gruppe nun zusammenzulegen. Alle waren schließlich über die Tücken des Kolonne-Fahrens unterwiesen worden. Somit war Holger unser aller Reiseleiter und wir brachen in Richtung Sachsen-Anhalt auf. Die Wolken am Himmel nahmen wir heute schon gar nicht mehr ernst.
Wir fuhren vorbei an großen, weitläufigen landwirtschaftlichen Flächen und Kornfeldern - man könnte meinen, vergangene Relikte der damaligen Planwirtschaft darin erkennen zu können. An der Kebra-Talsperre machten wir Mittagspause und kosteten das sogenannte “Würzfleisch” - wohl DER Klassiker unter vielen bekannten DDR-Rezepten. Es besteht aus Fleischragout, welches mit einer Zitronenscheibe und Worcestersauce neben Toastbrot serviert wird.
So gestärkt eroberten wir den Kyffhäuser mit seinen 36 Kurven. Die legendäre Bergrennstrecke am Kyffhäuser ist knapp 3.8. km lang und überwindet ca. 300 Höhenmeter bei einer durchschnittlichen Steigung von 10 %. Daher ist diese kurvenreiche Strecke besonders bei Motorradfahrern und Sportwagen-Enthusiasten sehr beliebt und dementsprechend ist dort was los. Auch wir hatten Spaß, den Kyffhäuser zu erobern. Die Bezwingung des Berges war leider viel zu schnell vorüber und wir fuhren danach wieder Richtung unserer Unterkunft in Schmalkalden.
Aufgrund personeller Engpässe unseres Hotels konnten wir am Abend leider nicht dort zu Abend essen. Nachdem ein Taxi nicht zu organisieren war, erklärte sich Thomas bereit, uns mit seinem geräumigen Skoda ins Restaurant & Cocktailbar K1 nach Schmalkalden zu kutschieren. Hier wurden wir sehr gut bewirtet und es konnten in der riesigen Cocktailbar verschiedene Drinks verkostet werden.
Unser außerordentlicher Dank für den Einsatz der Doppelschichten und für den selbstlosen Transport der Kameraden geht daher an die Firma Taxi-Knuth!
Tag 4:
Am letzten Tag ging es wieder auf in die Heimat, Rast wurde in Ochsenfurt am Main gemacht, wo Schäufele mit Klößen doch tatsächlich auf einer Schaufel serviert wurden!
Nach insgesamt etwas mehr als 1200 Kilometern ohne Regen, schlossen wir die Ausfahrt im Biergarten Mönchsberg in Mainhard ab. Es war wieder eine großartige Ausfahrt mit vielen gefahrenen Kilometern durch vier Bundesländer. Trotz unterschiedlicher Menschen waren wir eine harmonische und homogene Fahrertruppe. Wir freuen uns sehr, dass alle gesund und fast ohne Verlust (Stichwort Handschuhe) zuhause angekommen sind!
Der Dank der Gruppe geht vor allem an die Guides Holger, Marco und Günni, an Taxi-Knuth sowie an die Organisatoren Holger und Marco, welche sich die Zeit für die Ausarbeitung der Tour genommen haben! 😉